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Himingbjörg
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Nordische Götter

Runen

Einst mit Asen kamen sie -
Einst mit Asen verschwanden sie.
Heute kehren wieder Asen und Runen!

1.1. Die Götter

Die nordischen Götter gliedern sich in zwei Geschlechter, die Wanen und die Asen. Einstmals wurden die Wanen, die Götter der Fruchtbarkeit, des Reichtums und des Glücks groß verehrt. Die Bekanntesten unter ihnen sind Njörd, der Gott des Meeres, er wurde einst von weisen Ratern (Schicksalsmächten) als Geisel des Götterreichs geschaffen., sowie seine Kinder Freyr, ein kämpferischer und sieggewohnter Gott, indem vor allem Zeugungskraft, Reichtum und Frieden verehrt wurden, ihm wurde das erste und beste Schiff Skidbladnir gebaut, und Freya, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe, die in manchen Quellen auch unter dem Namen Gulltweig ("Die Goldreiche") erwähnt wird. Die Wanen wohnen mit ihren Dienern Beyla und Byggwir ("Gerstenmann") in Vanaheim in ihren Palästen, Njörd in Noatun, Freyr in Alfheim (ein Geschenk der Asen) und Freya in Volkwang. Die Götterbraut von Njörd ist Skadi, sie wohnt in Thyrmheim ("Lärmheim"), dem Palast, der in früheren Zeiten von dem Frostriesen Thjazi bewohnt wurde.
Das zweite Göttergeschlecht neben den Wanen waren die Asen, sie waren die ursprünglich als Luftgeister verehrten Seelen der Verstorbenen. Mit wachsender Verehrung Odins, dem Anführer des Totenheers wurden die Asen zum zweiten zentralen Göttergeschlecht. Nach einem langen Krieg zwischen Asen und Wanen, der ausgelöst wurde durch einen Angriff Odins mit dem Ger Gungnir auf Gulltweig, versöhnten sie sich und regierten gemeinsam die Welt. Der bekannteste und auch oberste Gott der Asen ist Odin, er ist unter vielen Namen bekannt, unter anderem Wotan, Har ("Der Hohe"), Harbart ("Der Graue") oder Allvater. Odin ist der einäugiger Totenführer, ein Kriegs- und Siegesgott und ein Gott der Dichtung und der Runenweisheit, er wohnt in Walaskjalf. Er wird in allen Quellen begleitet von seinen beiden Wölfen Geri ("Der Gierige") und Freki ("Der Heißhungrige"), den Totentieren des Schlachtfeldes, sowie von den zwei Raben Hugin und Munin, die für ihn die Geschehnisse in Midgard auskundschaften.
Seine Frau ist Frigg, auch bekannt als Frija, sie ist die Göttermutter, das Urbild der Ehefrau, die Odin immer warnend und beratend zur Seite steht. Frigg und Odin haben mehrere Kinder, Baldur ist der schönste und immer junge Gott der Asen, er wird verehrt als Feind allen Unrechts und bewohnt den Palast Breitablick ("Breitglanz"), seine Brüder sind Widar, wohnhaft in Landvidi, und Wali.
Bevor Odin zum kühnsten und mutigsten Gott erhoben wurde, hatte Tyr, als einarmiger Kriegsgott, diese Stellung inne. Er verlor seinen Arm bei der Fesselung des Fenriswolfes, als er den Arm in das Maul des Wolfes legte, um die Wahrheit der Asenworte zu bestätigen, die ihm versprachen, daß er das Seil, mit dem sie ihn zu binden gedenken, jederzeit zerreißen würde. Das Seil hielt, da es durch die Zauberkraft der Zwerge hergestellt worden war, und ihm biss der Wolf den Arm ab, als dieser den Verrat der Asen erkannte.
Ein weiterer sehr verehrter Gott ist Thor, auch Donar, Hlorridi ("brüllender Wetterer") oder Weor ("Der Schirmer"), er ist der Beschützer Midgards, der Welt der Menschen, und wurde vor allem von Bauern als Gott der Fruchtbarkeit und von Seefahrern als Gewitter- und Wettergott verehrt, er ist wohnhaft in Bilskirnir, sein Reich heißt auch Thrudheim ("Kraftheim") oder Thrudwangr. Thor ist der Einzige Ase, der den Hammer Mjöllnir führen kann, eine Waffe, die nie ihr Ziel verfehlt und immer wieder zu ihrem Herrn zurückkehrt. Seine Frau ist Sif, berühmt durch ihr goldenes Haar und seine Mutter ist Fjörgin, auch Hlodyn, sie ist eine zweigeschlechtliche Göttin, die einmal als Wald- und Erdgöttin Jörd oder als Himmelsgott Fjörgynn auftaucht, welcher später zu Odin wird. Die zwei Kinder Thors heißen Magni ("Kraft") und Modi ("Mut").
Der Gott Heimdall ("Weltglanz") ist der weise Wächter des Himmels und Ahnherr der Menschen, er lebt in seiner Burg Himingbjörg am Rande Asgards und bewacht Bifröst, die Regenbogenbrücke, die Asgard, das Reich der Asen, mit Midgard verbindet. Er wurde von neun Müttern (Gjalp, Greip, Eistla, Eyrgjafa, Ulfrun, Angeyja, Imd, Atlaund, Sarnsaxa), den Wellen des Weltmeeres, geboren.
Die Herrscherin des Totenreichs ist Hel, sie wird oft als dunkle und männerfressende Göttin dargestellt oder als das Totenreich Helheim unter der Wurzel Yggdrasils, der Weltenesche.
Weitere weniger bekannte Asen sind Hönir, vermutlich ein Wolkengott, der eng mit Odin verbunden ist und bei der Erschaffung der Menschen die Geisteskraft vergab, Gefjon, eine jungfräuliche Göttin, zu der Jungfrauen nach ihrem Tod kommen, Hödur, ein blinder Gott, Ull, der große Bogenschütze und Waldläufer unter den Asen, der in Eibental wohnt und Forseti, ein nur in Friesland verehrter Gott, der Streitigkeiten schlichtet, er soll angeblich ein Sohn Balders sein und wohnt in Glitnir.
In Asgard gibt es neben den vielen Palästen der verschiedenen Asen auch noch Gladsheim, das größte Gebäude der Welt, es hat innen wie außen Wände aus Gold und wurde von den Göttern als Gerichtsgebäude benutzt. In Gladsheims Rund befindet sich Walhall, die Trinkhalle Odins, in welcher dieser die Gefallenen der mutigsten Krieger, die Einherjer, versammelt und von seinen Begleiterinnen den Walküren ("Kämpfertöterinnen"), die auf dem Schlachtfeld den Tod der Krieger und die Einherjer bestimmen, bewirtet.
Neben den Asen und Wanen beherrschen auch noch andere Wesen die nordische Göttergeschichte. Einmal wären da die Alben, der wohl bekanntest unter ihnen ist Loki, ein Albe des Feuers, er wird auch erwähnt unter den Namen Lopt ("Blitz") oder Lodur ("Feuerbringer"). Er ist ein häufiger Begleiter Odins und ein schlauer und verschlagener Spötter unter den Göttern. Ein weiterer, jedoch weniger bekannter, Albe ist Byleipt ("Donnerblitz"), er ist der Bruder Lokis.
Eine wichtige Rolle spielen auch die Kinder Lokis, die dieser mit der Riesin Angrboda gezeugt hatte. Fenrir oder Fenriswolf wird in seiner Jugend von den Asen gefesselt. Die Midgardschlange Jörmungander, verkörpert das Weltmeer, das Midgard umspült.
Die Gegenspieler der Asen sind die Riesen, ihr Anführer ist Surtur, ein Feuerriese, der auch als einer der Söhne Muspells erwähnt wird.
Drei weitere wichtige Gestalten in der nordischen Mytholgie sind die drei Nornen ("Seherinnen") Urd, Werdandi und Skuld. Sie weben unter der Wurzel Yggdrasils die Schicksalsfäden der Welt. Außerdem befindet sich bei ihnen der Urdbrunnen, ein Brunnen der Weisheit, der jedem Menschen, Gott, Alben usw. nur eine Frage beantwortet.

1.2. Die Erschaffung der Erde

Die Entstehung der Erde in der nordischen Mythologie kann man verschiedenen Gedichten aus der Edda entnehmen.
Am Anfang war nichts als die große Leere Ginnunggagap in der der Urzeitriese Ymir hauste, welcher auch bekannt ist unter dem Namen Aurgelmir, und aus den Eistropfen der Gletscherflüsse, den Eliwagar, entstanden ist. Dieser wurde von den Söhnen Burs, Odin und seinen zwei Brüdern, erschlagen, die mit seinen Überresten die Leere füllten. Aus seinem Fleisch wurde die Erde, aus seinem Gebein das Gebirge, sein Schädel bildete das Himmelsgewölbe und sein Blut ist die Brandung. Danach benannten sie die Tageszeiten, der Hengst Skinfaxi sollte den Tag bringen, seine Mähne glänzt morgenhell, und das Roß Hrimfaxi die Nacht, der Schaum vor dessen Mund bildet den morgendlichen Tau (Delling). Windswal, aus dem Geschlecht Wasuds, ist der Vater des Winters und Swasud der, des Sommers. Mudilfari wird erwähnt als Vater von Sonne und Mond. Der Wagen der Sonne wird begleitet von zwei Wölfen, vor ihr läuft "Hasser", hinter ihr "Trug", die die Sonne über das Himmelszelt jagen und so den Tag vorantreiben.
Eines Tages gingen drei mächtige Asen am Strand entlang und fanden die beiden angeschwemmten Hölzer Ask ("Esche") und Embla ("Ulme"), aus ihnen schufen sie das erste Menschenpaar, Odin gab ihnen die Seele, Hönir Klugheit und Sinn und Lodur die Farbe der Gesundheit, das Leben. Ihnen wurde die Insel Midgard gegeben.

1.3. Runen

Das Wort "Runen" bedeutet eigentlich "Raunen", "Flüstern" oder "heimlich Reden". Auf der Suche nach höherem Wissen fand Allvater Odin die Runen. In dem Runenlied der Edda wird dies folgendermaßen geschildert:
Odin ritt einst auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir zur Weltenesche Yggdrasil, wo er auf die drei Nornen Urd, Werdandi und Skuld, die unter einer der gewaltigen Wurzeln die Schicksalsfäden sponnen, traf. Diese Frauen weissagten Odin viel über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, aber dem Asen gelüstete es nach mehr. So machte er sich auf zu dem Riesen Mimir, der am Weisheitsquell wohnt, dessen nährende Säfte den Weltenbaum speisen. Da der Riese ihm jedoch nichts von seinem Wissen mitteilen wollte, gab Odin sein linkes Auge als Pfand und ward fortan einäugig, worauf der Riese ihm viele Geheimnisse offenbarte. Immer noch wissensdurstig kam er auf dem Rückweg an einem kahlen Baum vorbei, es war neblig, kalt und dunkel. Als er unter ihm durchritt verfing sich sein Mantel in den Ästen und Allvater baumelte zwischen Himmel und Erde, sein Schimmel Sleipnir ("Gleithuf"), sowie seine Raben Hugin und Munin umkreisten ihn unruhig. Die Raben trugen ihm die Gedanken der Welt zu. So hing er neun Nächte und nach und nach fand er das Wissen, die Zeichen höchster Lebenswerte. Er beugte sich soweit es ging vom Baum herab, hob die Zeichen auf und ritzte sie mit dem Schwert in den Stamm des kahlen Baumes. Er nannte die Zeichen Runen, weil sie einem das Wissen zuraunen. Gekäftigt durch dieses Wissen befreite er sich vom Baum und ritt zurück nach Asgard. Zurück, weihte er seine göttlichen Gefährten in die Kunst der Runen ein, außerdem lehrte er sie seinen treusten Mannen und Frauen, die nach seinen Gesetzen leben. So wurden die Zeichen zur heiligen Schrift der Germanen.

1.4. Das Ragnarök

Das Ragnarök ("Letztes Geschick", "Untergang der Götter"), auch Weltenende, Weltbrand oder Götterdämmerung genannt, wird durch verschiedene Vorfälle eingeleitet. Zuerst erscheint für kurze Zeit das Totenschiff Naglfar vor der Küste Midgards, das vollständig aus Knochen gebaute Schiff wird vom Feuerriesen Surtur geleitet. Danach bricht der Fimbulwinter über die Menschheit herein, der nie endenwollende Winter, der alles zerstört. Thors Hammer Mjöllnir geht in den unendlichen Tiefen Helheims verloren und wird erst von dem Knaben Lif aus den Klauen des Drachen Nidhöggers befreit und zu seinem Besitzer zurückgebracht und der schöne Gott Baldur wird von dem blinden Gott Hödur auf Lokis Geheiß hin mit einem Mistelzweig getötet.
Nach dem gewaltigen Beben der Weltenesche Yggdrasil erstürmen die Riesen die Himmelsbrücke Bifröst, und Heimdall bläst das Gjallarhorn, um die Asen zur letzten Schlacht zusammenzurufen. Doch die Götter werden immer weiter zurückgedrängt bis sie auf Wigrid, dem Feld der letzte Schlacht, den Riesen gegenüberstehen.
Im Laufe des Kampfes wird Odin vom Fenriswolf verschlungen, sein Sohn Widar rächt ihn, indem er dem Wolf den Rachen aufreißt und sein Schwert tief hineinstößt. Thor kann die Midgardschlange Jörmungandar mit seinem Hammer erschlagen, doch bevor sie tot zurücksinkt tötet sie auch ihn noch mit ihrem Gift. Heimdall wird von Loki getötet, diesen wiederrum tötet aus Rache für Baldur Wali. Götter, Riesen und ihre Verbündeten töten sich im Laufe dieser letzten Schlacht gegenseitig, ehe die Erde in einem gewaltigen Brand, der von Surtur entfacht wird, untergeht.
Schließlich steigt aus den Wassern des Ozeans eine neue Welt, in der ehemalige Feinde versöhnlich leben, auch Baldur und Hödur treffen sich in dieser Welt wieder. Als Anfang dieser neuen Welt werden Widar und Wali im Reich der Asen herrschen, und die Söhne Thors Magni und Modi werden Mjöllnir führen. Für den Fortbestand der Menschheit auf Midgard sorgt das Menschenpaar Lif und Lifthrasil, die den Fimbulwinter im Holze Hoddmimirs überleben, indem sie sich vom Morgentau ernähren.



© 14.02.2003 by ARATOS. email: aratos_99@web.de