CounterCounterCounterCounterCounter

Himingbjörg
Welcome to the halls of heimdall
Home Über Mich Geschichte Reisen Romane Gästebuch Forum Tipps Datenschutz


Dies ist nun mein erster Roman, ein Fantasyroman, leider hab ich noch keinen Titel für ihn, also falls jemanden etwas einfällt, bin für Vorschläge sehr dankbar!


Der Hauptmann drehte sich um und verließ niedergeschlagen den Saal. Im Burghof stellte er dreißig Männer zusammen, die sich mit ihm auf die Suche machen und ritt Richtung Wald davon. Am Waldrand untersuchte er mit einer Fackel die Spuren des Kampfes und kam zu dem Ergebnis, daß drei Pferde tiefer in den Wald davongeritten sind. Josua gab seinen Männern die Anweisungen, ihre Pferde leise hinter ihm her zuführen. Nach einer viertel Stunde beugte er sich wieder zum Boden und suchte nach Spuren.
"Sie sind nach Süden abgebogen, folgt mir."
Die Soldaten erreichten kurz vor Mitternacht eine Baumgruppe, durch die ein Feuerschein zu sehen war. Lautlos schlich er sich an und konnte knapp zwanzig Meter vor sich Nogun am Feuer sitzen sehen. Der junge Mann blickte angestrengt in die nächtliche Schwärze und Josua lachte leise in sich hinein, er hätte es nicht für so einfach gehalten. Vorsichtig schlich er zurück zu seinen Männern und gab ihnen Anweisungen, worauf sie sich in einem Kreis, welcher ein Entkommen unmöglich machte, an den Höhleneingang anschlichen.
Nogun hörte ein kurzes Rascheln und fuhr herum. Irgend etwas stimmt nicht! Vorsichtig weckte er Kilan und Lekas.
"Wacht auf, jemand ist da draußen, ich habe Geräusche gehört. Bringt Aratos und Gerrit tiefer in die Höhle und nehmt euere Waffen zur Hand.", flüsterte er vorsichtig.
Die Beiden fuhren leise hoch und nahmen ihre Schwerter. Vorsichtig trug Kilan den verletzten Prinzen an die hintere Wand der Höhle und Gerrit lief auch zu ihm. Währenddessen löschte Nogun das Feuer und machte sich zum kämpfen bereit.
Plötzlich hörten die Drei einen Schrei und die Soldaten stürmten auf sie zu. Kilan konnte zwar viele Hiebe parieren, aber sein Arm machte ihm arg zu schaffen.
Nogun setzte sich auch tapfer zur Wehr, aber es waren einfach zu viele. Langsam wurden sie immer weiter an die hintere Höhlenwand gedrängt. Lekas versuchte einen Soldaten sein Schwert in den Bauch zu stoßen, doch dieser konterte und stieß ihm seinerseits das Schwert tief in den Körper. Der Kleine fuhr zusammen und krümmte sich am Boden. Kilan wußte, daß er ihm nicht mehr helfen konnte, aber seine Wut war zu groß. Zornig sprang er auf den Soldaten zu und schlug ihm den Kopf von den Schultern.
Nogun rannte nach hinten zu Aratos und schüttelte ihn. "Wach auf, wir werden alle sterben!"
Der Prinz stöhnte und schlug langsam die Augen auf. "Was ist los?", fragte er.
"Die Soldaten, sie haben uns gefunden. Lekas ist tot und Kilan kann sie auch nicht mehr lange aufhalten!"
Der Verletzte versuchte sich aufzurichten, schaffte es allerdings nicht.
"Geh vor und hilf ihm, ich versuche mir etwas einfallen zu lassen. Wo ist der ganz Kleine?"
Nogun schaute sich verdutzt um. "Gerade war er noch neben dir!"
Eine kleine Gestalt trat aus der Dunkelheit. "Ich bin hier! Kommt mit, hier ist ein Spalt im Felsen!"
Der Soldat rannte zu Kilan und wollte ihm helfen. Er kam gerade noch rechtzeitig um den Todesstoß eines Soldaten zu verhindern. Gerrit rannte heran und versuchte seinen verletzten Bruder nach hinten zu schleifen, was ihm allerdings nur langsam gelang.
"Gebt endlich auf!", ertönte eine Stimme von draußen.
"Josua, du mieses Schwein! Ich werde niemals aufgeben, lieber sterbe ich!"
"Nichts anderes wird dir dann auch gar nicht übrig bleiben!", der Hauptmann lachte.
Aratos und Kilan hatten sich mühsam in den Spalt hineingeschleift und Gerrit brachte jetzt die Pferde und Decken hinterher.
"Was ist mit Nogun?", fragte Kilan erschöpft.
"Ich weiß es nicht, er ist alleine da vorne. Ich glaube nicht, daß er es schaffen wird. Aber wir sind hier in Sicherheit!", flüsterte der Fünfjährige stolz.
Draußen konnten sie das Klirren der Schwerter hören. Nogun setzte sich tapfer zur Wehr. Er tötete auch noch zehn Soldaten, ehe einer ihm sein Schwert tief in die Brust rammte. Der junge Mann sank unter Schmerzen zusammen und starb.
Von den angreifenden Soldaten waren nur noch zehn übrig. Josua fluchte leise und befahl den übrigen die anderen Männer zu finden. Der Hauptmann saß am Höhleneingang und betrachtete die Sterne.
"Was ist das nur für eine Welt? Junge, mutige Männer müssen sterben, weil ein König meint, er müsse der Herrscher der Welt sein!", murmelte er vor sich hin. Ein Mann trat auf ihm zu und entgegnete: "Wir haben die Höhle durchsucht, sie ist nicht sehr groß, aber wir konnten keinen finden!"
Josua fuhr hoch und packte den jungen Mann. "Was soll das heißen? Sie können nicht verschwunden sein. Sucht weiter!"
Die Suche dauerte noch eine weitere halbe Stunde, jedoch ohne Erfolg.
Aratos hörte die Stimmen und flüsterte Kilan zu: "Wie kommt es, daß sie den Spalt nicht entdecken?"
"Weil er nicht mehr da ist!", flüsterte eine Stimme aus der Dunkelheit.
Die Männer zuckten zusammen und blickten angestrengt in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war.
"Wer ist da?", fragte Kilan ängstlich.
"Das tut nichts zur Sache. Ihr braucht keine Angst zu haben, hier innen werden sie euch nicht finden!", es war eine tiefe Stimme, die dem kleinen Gerrit Angst einjagte. Das Kind fing zu weinen an.
Kilan versuchte ihn zu beruhigen, schaffte es aber angesichts seiner angeschlagenen Kräfte nicht. Erschöpft verlor der junge Mann das Bewußtsein. Aratos versuchte sein Schwert zur Hand zu nehmen, doch durch die Verletzung konnte er die Hand nicht um den Griff schließen.
"Zeig dich endlich!", rief der Prinz in die Schwärze.
Ein Blitzen ging durch die Höhle und er erkannte einen großen Raum, erhellt von bestimmt zehn Fackeln. An den Wänden hingen Bilder und in der Mitte stand ein Tisch, auf dem viele Papierrollen herumlagen. Erstaunt betrachtete der junge Mann den Raum, ehe sein Blick auf eine Gestalt fiel, welche auf einem Polstersessel saß und die Füße auf einem Hocker gelegt hatte. Der Mann war etwa 1,70 Meter groß, hatte lange goldene Haare und ein markantes Gesicht. Seiner Statur nach zu schließen, war er kein Kämpfer und Aratos konnte auch keine Waffen in dem Raum sehen. Der Prinz schätzte ihn auf höchstens fünfundzwanzig Jahre, wobei man das aber bei diesem Licht nicht so genau sagen kann.
"Habt ihr euch jetzt genug umgeschaut?", fragte der junge Mann lächelnd, "Ich würde sagen, wir kümmern uns erst einmal um euere Verletzungen!"
Langsam erhob er sich und ging auf den bewußtlosen Kilan zu, er hob ihn hoch und trug ihn zu einer Liege am anderen Ende des Raumes. Aratos war sich sicher, daß diese vorher nicht da war. Bei dem Fremden hatte man das Gefühl, als würde er nicht laufen, sondern schweben. Gerrit schlich zu dem Tisch und schaute sich die Zeichnungen und Schriften an.
"Schön, nicht war?", flüsterte der junge Mann, ohne sich auch nur umzudrehen.
"Woher wußtest du, daß er sich gerade die Sachen am Tisch anschaute?", fragte Aratos erstaunt.
"Naja, ich weiß vieles, aber das tut nichts zur Sache. Übrigens man nennt mich Tornado, um dir die nächste Frage zu ersparen!"
Der Prinz versuchte sich zu erheben, schaffte es allerdings nicht. Mit schmerzverzerrtem Gesicht gab er es auf.
"Dein Freund sieht ziemlich schlecht aus. Mich wundert es, wie jemand mit so vielen Wunden noch leben kann!", erwiderte Tornado.
"Kannst du ihm helfen?"
"Ich werde es versuchen, aber jetzt laß mich mal deine Wunden sehen!", der junge Mann trat heran und hob Aratos hoch, ohne ihn auch nur zu berühren.
"Wie machst du das?"
"Keine Fragen!", vorsichtig nahm er den Verband an der Schulter ab und setzte den Prinzen in den Sessel, ehe er verschwand.
"Gerrit komm zu mir!"
Das Kind ging zum Sessel und setzte sich auf den Hocker.
"Was geht hier vor?", mehr konnte er nicht sagen, denn dann verlor er wieder das Bewußtsein.
Der Fünfjährige versuchte ihn wieder aufzuwecken, schaffte es aber nicht. Nach einiger Zeit legte er sich in eine Ecke und schlief friedlich ein.



© 09.09.2003 by ARATOS email: aratos_99@web.de