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Himingbjörg
Welcome to the halls of heimdall
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Mein dritter Roman ist etwas ganz anderes als die bisherigen. Die größte Abweichung besteht wohl darin, daß er komplett in der heutigen Zeit spielt und außerdem mehr Liebesgeschichte als Abenteuer ist, wobei die Spannung und Action auch hier nicht zu kurz kommt. In gewisser Weise würde ich sogar sagen er ist schon fertig, aber da er so ziemlich kurz ist (nur 75 DINA4 Seiten), werde ich ihn wohl noch weiter bearbeiten. Was einen Titel angeht ist mir auch hierzu noch nichts eingefallen, aber vielleicht könnt ihr mir da ja weiterhelfen.


Er stieg von seinem Pferd um die Frau, die da so verträumt am Straßenrand saß etwas zu beobachten. Er war es nicht gewohnt hier Menschen zu treffen, selten verirrte sich jemand in diese Gegend und wenn dann nur um sie möglichst schnell wieder hinter sich zu lassen. Deshalb war er auch hier, denn da hatte er seine Ruhe.
Die junge Dame hatte halblange hellbraune Haare und schien sehr sportlich zu sein, zumindest machte ihre Figur den Anschein. Er band sein Pferd an einem Ast fest und schlich sich etwas näher heran, von einem Baum vier Reihen von der Straße musterte er sie noch einmal. Was machte eine Frau hier, so alleine, fragte er sich. Sie bemerkte ihn nicht, sondern beobachtete weiterhin die Baumwipfel, nach einer halben Stunde stieg sie wieder in ihr Auto und fuhr weiter. Weit kam sie jedoch nicht, denn plötzlich tat es einen lauten Schlag und der Wagen kam ins Schleudern. Als sie ihn wieder unter Kontrolle gebracht hatte stieg sie zitternd aus. Der Reifen war geplatzt und das hier in dieser Einsamkeit. Tränen schossen ihr in die Augen, sie hatte doch noch nie einen Reifen gewechselt, was sollte sie denn jetzt tun. Verzweifelt setzte sie sich an den Straßenrand um endlich dieses Zittern unter Kontrolle zu bekommen.
Er hatte den Schlag gehört und war der Frau nachgeritten. Zögernd stand er nun etwas weiter im Wald und überlegte ob er ihr helfen sollte. Während er so nachdachte kam aber auch schon ein Wagen angefahren. Er versteckte sich wieder hinter einem Baum.
Sandy hatte das Geräusch des herannahenden Wagens auch gehört und dachte an ein Zeichen des Himmels, schnell stand sie auf und stellte sich winkend neben ihr Auto. Der Wagen hielt auch, doch als der Fahrer ausstieg blieb ihr für einen Moment das Herz stehen, zumindest dachte sie das.
"Was machst denn du hier?", fragte sie erstaunt.
"Tja, ich bin dein rettender Engel, das weißt du doch!", John grinste über beide Ohren und kam langsam auf sie zu.
"Aber mußt du denn nicht arbeiten? Woher weißt du eigentlich, daß ich hier bin?", sie konnte es immer noch nicht glauben und es war ihr auch gar nicht recht, daß er ihr gefolgt war.
"Rate doch mal! Ist doch eigentlich egal! Ich bin jetzt hier und du brauchst Hilfe, also komm ich doch gelegen! Freust du dich denn gar nicht?"
"Naja ehrlich gesagt, es freut mich schon, daß du mir helfen willst, aber ich wollte eigentlich meinen Urlaub alleine verbringen!", sie trat einen Schritt zurück, denn er kam ihr bedenklich nahe.
"Du solltest dich aber freuen und außerdem solltest du dich nicht so zieren, wenn ich dir helfen soll, solltest du mir auch etwas entgegen kommen!", das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht.
"Was meinst du damit?", fragte sie, eine Gänsehaut bildete sich auf ihrer Haut.
Er kam noch weiter auf sie zu und sie wich immer weiter zurück, bis sie mit dem Rücken gegen einen Baum stieß. Grinsend packte John sie am Arm. "Du solltest dich wirklich nicht so zieren. Du weißt doch ganz genau was ich will, du könntest es mir auch freiwillig geben!"
Sie versuchte sich zu wehren, doch er war zu stark, ihre Fäuste trommelten gegen seine Brust, doch er riß ihr grinsend den Pullover vom Leib. Zitternd vor Angst hämmerte sie ihre Faust in sein Gesicht, er wich einen Schritt zurück und sie witterte ihre Chance und rannte hastig in den Wald hinein. Einen Vorteil hatte sie dabei, durch ihr allmorgendliches Training war sie schneller als er. Ziellos lief sie weiter, noch immer hörte sie das Rascheln seiner Schritte. Ich muß durchhalten, irgendwann geht ihm die Puste aus, schoß es ihr durch den Kopf. Plötzlich packte sie jemand an der Schulter und zog sie in ein Gebüsch. Sie versuchte sich zu wehren, doch es gelang ihr nicht. Er hielt ihr den Mund zu und deutete mit dem Zeigefinger an, daß sie leise sein sollte.
Da erst merkte sie, daß es gar nicht John war, sie hatte diesen Mann noch nie gesehen. Zitternd vor Angst und Kälte schwieg sie, zu mehr war sie einfach nicht mehr fähig, Tränen liefen ihre Wangen hinab. Sie sah, daß John verwirrt herumwirbelte und sie einfach nicht mehr finden konnte. "Wo bist du du Schlampe! Ich krieg dich schon noch, glaub mir!", murmelte er, während er zurück zu seinem Wagen lief.
"Hab keine Angst, ich tu dir nichts, sei einfach leise, damit er dich nicht hört!", flüsterte der Fremde und nahm die Hand von ihrem Mund.
"Aber wer sind sie?", fragte sie leise.
"Bleiben sie hier und verhalten sie sich ruhig, ich sehe nach, ob er weg ist!", murmelte er und ließ sie alleine im Gebüsch zurück.
Sandy schlang die Arme um ihren Oberkörper, sie hatte nur noch ihren BH an, denn den Pullover hatte John ihr ja heruntergerissen, sie lehnte sich gegen einen Baumstamm und konnte sich einfach nicht mehr zusammenreißen, Tränen liefen ihr herunter und sie fing an leise zu schluchzen. Jemand trat neben sie, zuerst dachte sie es wäre der Fremde, doch als sie die Augen aufschlug erkannte sie John.
"Ich sagte doch, ich krieg dich!", grinsend schlug er ihr ins Gesicht, aus ihrer Nase schoß helles Blut hervor und ihre Oberlippe platzte auf, mit letzter Kraft schrie sie nach Hilfe. Er hörte den Schrei, als er gerade die Straße erreichte, erschrocken drehte er sich herum und rannte so schnell er konnte zurück. Als er die Stelle an der er die Frau zurückgelassen hatte erreichte, machte sich John gerade an ihrer Jeans zu schaffen, zornig packte der Fremde den Mann am Kragen, zog ihn von Sandy herunter und schlug ihm ein paar Mal hart ins Gesicht. Verwirrt musterte John den Mann und versuchte sich zu wehren, doch der Andere war stärker, er drehte ihm seinen Arm auf den Rücken und fesselte ihn unglaublich schnell mit einem Strick, denn er an seinem Gürtel hängen hatte. Als John außer Gefecht gesetzt war, wandte er sich der jungen Frau zu, sie saß verstört, an den Baumstamm gelehnt da und weinte leise. Er berührte sie an der Schulter, doch sie zuckte ängstlich zurück. Besorgt zog er seine Wildlederjacke aus und reichte sie ihr, dankbar schlang sie sie um ihre Schultern und versuchte aufzustehen, doch ihre Beine versagten, sie wankte und drohte wieder umzukippen, der Fremde packte sie vorsichtig an den Schultern und hielt sie fest. Schluchzend ließ sie ihren Kopf an seine Schulter sinken.
"Kommen Sie! Ich denke wir sollten die Polizei holen!", flüsterte er.
"Ja, das sollten wir! Mein Handy ist im Auto, ich muß es holen und die Polizei rufen!", stammelte sie unsicher und versuchte sich von ihm zu lösen, doch ihre Beine versagten immer noch ihren Dienst.
Er setzte sie vorsichtig auf einem Baumstamm. "Warten Sie, ich werde es suchen!"
"Nein, bitte lassen sie mich nicht wieder alleine!", schluchzte sie verstört. Er warf John einen vernichtenden Blick zu, dieser saß gefesselt am Boden und starrte auf seine Füße. "Gut, ich nehm sie mit!", vorsichtig hob er die junge Frau hoch und trug sie zurück zu ihrem Wagen.
"Wo ist es nun ihr Handy?", fragte er neugierig.
Sie saß auf dem Fahrersitz und suchte in ihrem Rucksack, nach einiger Zeit brachte Sandy ihr Telefon hervor und hielt es suchend in die Luft.
"Was ist los?", fragte er erstaunt.
"Nichts!", sie wählte eine Nummer und hielt das Kästchen an ihr Ohr, "Oh nein, ich habe hier kein Netz, es geht nicht!"
"Was heißt das? Kein Netz!"
Sandy musterte ihn neugierig, seine Fragen klangen wie die eines Kindes, plötzlich schrie sie erschrocken auf! John hatte sich irgendwie von seinen Fesseln befreit und rannte nun mit einem Messer auf den Fremden zu, tief rammte er es ihm in die Schulter. Der Mann fuhr erschrocken herum und schlug seinen Angreifer mit einem harten Hacken zu Boden. Wütend setzte er sich auf ihn und schlug immer wieder mit seinem gesunden Arm auf ihn ein. "Nein, hören Sie auf, sie bringen ihn noch um!", schrie Sandy verzweifelt und versuchte den Fremden von ihrem Arbeitskollegen herunterzuziehen. Er hielt inne und starrte erst die Frau und dann seine Schulter an, sein Hemd war blutgetränkt.
"Oh mein Gott, sie sind verletzt, sie brauchen einen Arzt!", entgegnete sie besorgt.
"Halb so schlimm!", murmelte er, "Gehen sie zurück und holen den Strick!"
Sie rannte hastig in den Wald hinein, nach kurzer Zeit kam sie mit dem Strick zurück, es waren jetzt zwei kleine Stücke, John hatte sie mit dem Messer auseinandergeschnitten. Gekonnt fesselte der Mann den mittlerweile Bewußtlosen und setzte ihn gegen den zerplatzten Reifen, dann zog er das Messer aus seiner Schulter, helles Blut schoß aus der Wunde hervor und färbte sein Hemd.
"Sie brauche einen Arzt!", stellte Sandy fest.
"Nein, wir brauchen viel wichtiger jemanden, der sich um ihn kümmert, können sie jetzt die Polizei rufen, oder nicht?"
"Nein, es geht nicht!", niedergeschlagen blickte sie zu Boden.
"Gut, gehen sie noch einmal zurück in den Wald, ich passe hier auf! Mein Pferd habe ich etwas tiefer drin an einen Ast gebunden!"
"Ihr Pferd? Ja natürlich!", wieder rannte sie in den Wald zurück.
Er zog sein Hemd aus und verband damit die Wunde mit zusammengebissenen Zähnen. Vorsichtig setzte er sich an den Straßenrand und wartete. Es dauerte eine ganze Weile bis Sandy zurückkam, sie führte eine braune Stute hinter sich her, als das Tier seinen Herrn sah, kam es zu ihm und stieß ihn leicht an, er streichelte ihr sanft über ihren Kopf.
"Tut mir leid, daß es so lange gedauert hat, aber ich habe ihn nicht gefunden!"
"Sie!"
"Was?"
"Es ist eine Sie!", lächelte er und erhob sich wieder.
Sandy starrte auf seinen nackten Oberkörper. "Sie werden sich erkälten!", verlegen ging sie zu ihrem Wagen und holte ihre Regenjacke aus dem Wagen, ihr Pullover war zerrissen, den konnte sie nicht mehr gebrauchen. Sie wandte ihm ihren Rücken zu und zog sich ihre Regenjacke an, dann reichte sie ihm seine Jacke. "Hier ziehen sie die wieder an, es ist kalt!", wieder konnte sie ihren Blick nicht von seinem nackten Oberkörper lassen. Er bemerkte ihren Blick und lächelte. "Übrigens ich bin Steve!", er reichte ihr seine Hand.
"Ich bin Sandy. Danke für alles, ich weiß gar nicht wie ich das wieder gut machen soll, sie wurden meinetwegen verletzt!", sie trat verlegen von einem Bein aufs Andere.
"Schon gut, darf ich fragen, wo sie herkommen? Weil es ist schon spätnachmittag!"
Sie starrte ihn entgeistert an. "Ich komme aus Waterways, ich wohne dort in der Pension, kennen sie den Ort?"
"Ja, kenne ich, aber ich hab mit den Menschen normalerweise nicht viel zu tun, wissen sie! Wir müssen ihn aber auf jeden Fall zur Polizei bringen!", er zeigte mit einem Nicken auf John, welcher langsam wieder zu sich kam.
"Tja, wenn sie mir helfen könnten mein Auto zu reparieren, könnten wir zurückfahren und ihn der Polizei übergeben!"
Er warf ihr einen entschuldigenden Blick zu. "Nehmen wir doch seinen Wagen, wir können ihren doch hier stehen lassen und Hilfe holen!"
Sie warf ihm einen Blick zu und bemerkte, daß sein Hemd sich immer mehr rot färbte.
"Wir sollten uns beeilen, sie brauchen einen Arzt, sonst verbluten sie!"
Er packte John, und warf ihn auf die Rücksitzbank, dann flüsterte er seinem Pferd etwas ins Ohr und klatschte einmal in die Hände. Die Stute galoppierte davon. "Sie findet schon heim!"; erwiderte er lächelnd und versuchte die Beifahrertür zu öffnen.
"Warten sie!", Sandy schloß auf und ließ sich dann auf dem Fahrersitz nieder.
Ich habe einen Verbrecher, denn ich kenne, und einen wildfremden Mann im Auto, was tu ich hier eigentlich!, dachte sie kopfschüttelnd und ließ den Motor an.



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